Meditationsanleitung für Anfänger

Was ist Meditation?

Meditation ist eine Technik, um mit Hilfe von verschiedenen Konzentrationsübungen in einen anderen Bewusstseinszustand zu gelangen. Dieser Zustand ist gekennzeichnet von einer inneren Ruhe, einem Gleichgewicht zwischen Körper und Geist. Dieser Zustand wird häufig auch als zeitlose Leere beschrieben.

Ursprünglich hat die Meditation einen starken religiösen Bezug, beispielsweise im Buddhismus und Hinduismus. Aber auch im Christentum wurde und wird diese Praxis unter intensivem Beten angewandt um in den “göttlichen Kontakt” zu treten.

Wofür Meditation?

Wir leben in einer Zeit, die uns als Mensch Tag für Tag aufs Neue vor Herausforderungen stellt.

Wir fordern von unserem Körper und Geist Höchstleistungen, für die wir ursprünglich nicht geschaffen sind. Darüber vergessen wir uns, unsere Bedürfnisse, unsere Ressourcen. Wir fühlen uns gefangen in der täglichen Tretmühle und jagen einer Zufriedenheit hinterher, die wir so nicht erreichen können. Die Meditation ist ein Weg, sich wieder auf sich selber zu besinnen, auf die eigenen Ressourcen.

Durch eine regelmäßige Meditation haben wir u.a. die Möglichkeit:

  • im Alltag gelassener zu werden
  • ein inneres Gleichgewicht zwischen Körper und Geist zu finden
  • unsere Entscheidungen besonnener zu treffen
  • unser vegetatives Nervensystem zu beeinflussen und dadurch verschiedenste Probleme wie Bluthochdruck, Ängste, Schlafstörungen oder Übergewicht anzugehen
  • Achtsamkeit zu üben, sei es im Kampf gegen Depressionen oder um die Selbstwahrnehmung zu verbessern

Wie fange ich an?

Meditation wirkt am besten, wenn man sie täglich übt und die Meditationszeiten langsam verlängert. Fangen Sie mit 5-10 Minuten pro Tag an – schon diese können Ihnen zu Entspannung, innerer Ruhe, geistiger Kraft und Gleichgewicht verhelfen. Wenn Sie ernsthaft an Fortschritten in der Meditation interessiert sind, steigern Sie die Dauer der Meditation auf 20-30 Minuten täglich.

Die besten Zeiten sind früh am Morgen und spät am Abend, wenn der Geist noch ruhig ist. Sie können aber auch zu jedem Zeitpunkt meditieren, der in Ihren Tagesablauf passt.

Es ist hilfreich, stets am gleichen Ort, vorzugsweise mit dem Gesicht nach Norden oder Osten zu meditieren. Ein besonderes Meditationskissen, Meditationsdecke, Altar mit 9240_2_Meditationskissen_rot_hochglanzKerze, Räucherstäbchen oder Aromalampe, spirituelle Bilder, Statuen, Pflanzen oder Blumen helfen, eine starke geistige Schwingung zu schaffen und Sie in die meditative Stimmung zu versetzen. Überbewerten Sie diese Äußerlichkeiten jedoch nicht. Manch einer ist schon in der S-Bahn zu tiefen Meditationserfahrungen gelangt.

Am Anfang der Meditation setzen Sie sich in eine bequeme Stellung mit geradem Rücken. Eine Stellung mit gekreuzten Beinen (der Lotus-Sitz) ist besonders für das Meditieren geeignet, da die Energie in einem Dreieck fließt. Es gibt aber auch andere Sitzhaltungen, die sie ausprobieren können.

Lehnen Sie den Rücken nicht an, um die Energie nicht von der Wirbelsäule abzuziehen. Sie können die Hände entweder falten oder auf die Knie bzw. auf die Oberschenkel legen. Woman in Yoga PositionSind die Hände auf Knien oder Oberschenkeln, können die Handflächen nach oben oder nach unten zeigen, Daumen und Zeigefinger berühren sich.

Schliessen Sie nun Ihre Augen und verbringen Sie eine Zeit lang (z.B. 5 Minuten) in absoluter Ruhe. Wenn die Gedanken beginnen zu wandern, beachten Sie sie nicht weiter und konzentrieren Sie sich wieder auf Ihre Atmung. Beobachten Sie, wie Sie langsam innerlich ruhiger werden.

Zur Entspannung und Beruhigung können Sie über einige Atemzüge die tiefe Bauchatmung praktizieren: Beim Einatmen geht der Bauch hinaus und beim Ausatmen geht der Bauch hinein. Sie können die Hände dabei auch auf den Bauch legen, damit Sie die Bewegungen des Bauches spüren. Versuchen Sie gleich lang ein- und auszuatmen, jeweils ca. 3 bis 4 Sekunden.

Meditieren Sie so einige Minuten für sich. Wenn Sie merken wie die Gedanken wieder abschweifen, kehren Sie zur Atemtechnik zurück. Versuchen Sie aber nicht, Ihren Geist zum ruhig sein zu zwingen. Gehen Sie die Meditation entspannt an und setzen Sie sich nicht zu hohe Ziele. Anfängliche Probleme sich zu fokussieren sind ganz normal und geben sich mit etwas Übung schnell. Mit etwas Übung gelingt es Ihnen sogar, so lange zu meditieren wie Sie wollen, ohne nach der Zeit schauen zu müssen.

Zum Ende der Meditation können Sie langsam anfangen, wieder in die Realität zu treten indem Sie allmählich Ihre Atemzüge zu vertiefen und den für Sie normalen Atemrhythmus wieder aufzunehmen.

Nehmen Sie sich, bevor sie aufstehen, einen Moment der Besinnung und kehren Sie mit einer neuen Harmonie zwischen Körper und Geist in den Alltag zurück.